Wolfgang A. Mozart & Carl M. v. Weber

Wieso befinden sich die zwei Musiker und Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Carl Maria von Weber (1786-18226) im Stammbaum-Netzwerk?

  • Wolfgang Amadeus Mozart's Cousine Maria Anna "Viktoria" Mozart (1793-1857) hatte den Buchbinder Franz Fidel Pümpel in Feldkirch geheiratet. Über ihn gibt es verwandtschaftliche Verbindungen zu Familien im Stammbaum-Netzwerk.

  • Carl Maria von Weber's Cousine Maria "Constanze" ist Wolfgang Amadeus Mozart's Gattin.

Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart (bekannt als Wolfgang Amadeus Mozart) wurde am 27. Jänner 1756, um 20 Uhr, als Sohn des Johann Georg "Leopold" und der Anna "Maria" Walburga Mozart, in einer Dreizimmerwohnung eines Mehrfamilienhauses (Hagenauer Haus), in Salzburg, Getreidegasse 9 geboren. Er und seine Schwester Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, kurz "Nannerl" genannt, waren die einzigen der insgesamt sieben Kinder, die das Erwachsenenalter erreichten.

Die Vorfahren von Wolfgang Amadus Mozart stammen aus Bayerisch-Schwaben, der Gegend zwischen Lech, Donau und Allgäu. In den zahlreichen Dokumenten aus dieser Region sind für den Namen Mozart sehr unterschiedliche Schreibweisen belegt, wie "Motzhart", "Mutzhart", "Mutzert" oder "Motzard".

Als Wunderkind, in Wien, Paris, London, ist er natürlich von Frauen gehätschelt worden. Für ein Spiel oder für eine Komposition wurde er oft mit einem Kuss einer schönen Frau belohnt. Wenn er in Italien oder Wien war, blieb ihm immer eine Flamme in Salzburg zurück, an die er durch die Schwester, als Postillon d'amour und Vertraute, Botschaften und Grüße ausrichten ließ.

Salzburg, wo man es wie im ganzen südlichen Bayern mit dem Erotischen immer leichter und natürlicher genommen hat als im protestantischen Norden, war der richtige Ort für hundert Schäkereien, und Mozart hat später einmal selbst er klärt, dass er bereits ein hundertfältiger Ehemann wäre, wenn er jedes Mädchen hätte heiraten müssen, mit dem er einmal geschäkert habe. Das ausgiebigste Objekt für solche Schäkereien fand er 1777 in Augsburg in seiner Base, Maria Anna Thekla, der Tochter seines Onkels Franz Alois Mozart. Die Neckereien wurden in den berüchtigten "Bäsle-Briefen" schriftlich fortgesetzt und sind mit ihren Unflätereien und Zweideutigkeiten darauf ausgerichtet, Erröten hervorzurufen; sie konnten sehr wohl als verkappte Liebesbriefe gelten. Das "Bäsle" hat sich auf seinen Vetter vermutlich auch Hoffnungen gemacht. Aber nach dem Erlebnis mit Maria "Aloysia" von Weber nahm Mozart sie zwar von München mit nach Salzburg ins Elternhaus, aber schlug in immer seltener werdenden Briefen immer seriösere Töne an. Maria Anna Thekla Mozart hat sich daraufhin nach süddeutscher Art resolut getröstet. Am 22. Februar 1784 gebar sie ihre uneheliche Tochter Maria "Josepha".

Maria Anna "Viktoria" Mozart (1793-1857) ist eine weitere Cousine (1 Generation versetzt) von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie hatte am 26. August 1822 den Buchbinder Franz Fidel Pümpel in Feldkirch geheiratet.

Nach Mozarts unbeantwortet gebliebenen Liebe zu Maria "Aloysia" von Weber hatte er für deren Schwester Maria "Constanze" erst ein Auge, als er nach seinem Hinauswurf aus der Salzburger Hofmusik Anfang Mai 1781 nach Wien übersiedelte und bei der mittlerweile in Wien ansässigen Witwe Cäcilia Weber als Untermieter einzog. In einem Brief vom 15. Dezember 1781 gesteht Mozart seinem Vater bereits seine Liebe zu Maria "Constanze" von Weber.

Maria "Constanze" ist die Cousine des Komponisten Carl Maria von Weber. Leopold Mozart verwehrte seine Einwilligung zur Eheschließung bis zum letzten Moment und ließ sich erst durch die Fürsprache der die Liebenden unterstützenden Baronin Waldstetten umstimmen. Noch bevor sein briefliches Placet eintraf, hatten Wolfgang und Constanze sich am 4. August 1782 trauen lassen. Das Ehepaar hatte sechs Kinder, von denen vier bereits nach kurzer Zeit starben. Lediglich die Söhne Karl Thomas und Franz Xaver überlebten die Kinderzeit. Wolfgang Amadeus Mozart verstarb am 5. Dezember 1791 im Alter von 35 Jahren in Wien.

Carl Maria von Weber (1786-1826) war ein deutscher Komponist, Dirigent und Pianist. Sein bekanntestes Werk ist "Der Freischütz".

Die Familie seiner Mutter, der Opernsängerin und Schauspielerin Genovefa Weber, stammte aus Marktoberdorf im bayerischen Schwaben; die Vorfahren väterlicherseits kamen aus Stetten (Lörrach). Carl Maria von Weber wurde Ende 1786 in Eutin geboren. Webers Vater Franz Anton von Weber war als Offizier, Beamter, Musiker und Kapellmeister tätig. Er gründete eine Schauspieltruppe und wurde reisender Theaterdirektor.

Der Familienname "von Weber" könnte von Webers Großvater Fridolin von Weber (1691-1754) selbst eingeführt worden sein. Als der alte Freiherr Franz Ignaz Anton Josef von Schönau 1712 eines plötzlichen Todes starb, hinterließ er eine finanziell bedrängte Familie, für die Fridolin (von) Weber mit bestem Willen sorgte. Für seine treuen Dienste und sicherlich auch durch die Fürsprache der Baronin erhielt er 1721 die Amtmannsstelle in Zell im Wiesental. Andere Quellen vermuten, dass Franz "Anton" von Weber (1734-1812), Vater des Carl Maria von Weber, das Adelsprädikat "von" selbst eingeführt habe.

Der junge Weber, ein Cousin von Mozarts Frau Maria "Constanze", erhielt den ersten, entscheidenden Musikunterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz von Kammermusiker Johann Peter Heuschkel, der in der Kapelle des Hildburghäuser Herzogs Friedrich als Organist, Pianist und Oboist angestellt war. Weitere Lehrer Webers waren in München Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition). Johann Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns, und der weitgereiste Abbé Georg Joseph Vogler waren seine wichtigsten Mentoren in der Zeit der Ausbildung zum Komponisten und Musiker.

Von 1804 bis 1806 war Weber Kapellmeister in Breslau. Hier hat der Achtzehnjährige das eingeführt, was an den Opernhäusern bis heute seine Gültigkeit hat: die Orchestersitzordnung und der Probenablauf von der Soloprobe mit den Sängern über die Ensembleproben, die Orchestersitzproben (mit Sängern, aber ohne Szene) bis zur Haupt- und Generalprobe. Von September 1806 an bis Februar 1807 war Weber Kapellmeister am Hof des Herzogs Eugen von Württemberg, der ein Schloss in Carlsruhe (heute Pokój bei Oppeln in Polen) bewohnte.

1808 verliebte er sich in Margarethe Lang und verschuldete sich ihretwegen. Aufgrund dieser Affäre und Unterschlagungen seines Vaters wurden beide aus Württemberg verbannt. In der folgenden Zeit lebte Weber ungeachtet der verschiedenen Konzertreisen, von denen ihn 1810 eine nach Mannheim führte, als Pianist in München, Leipzig und Berlin sowie am Hofe in Gotha und Weimar. Zwischen 1813 und 1816 war er Operndirektor am Ständetheater in Prag, ab 1817 Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Am 4. November 1817 heiratete er Maria Caroline Brandt, mit der er drei Kinder hatte. Carl Maria von Weber verstarb am 5. Juni 1826 im Alter von 39 Jahren in London.