Folgende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens feiern Geburtstag:
Ludwig IX. von Frankreich (1214-1270)

Ludwig IX. von Frankreich, genannt Ludwig der Heilige, wurde am 25. April 1214 in Poissy geboren. Er war von 1226 bis 1270 König von Frankreich und stammt aus der Dynastie der Kapetinger.

Ludwig war ein Sohn des Königs Ludwig VIII. des Löwen († 1226) und dessen Gemahlin Blanka von Kastilien († 1252). Sein älterer Bruder Philipp starb 1219 überraschend, wodurch Ludwig zum designierten Erben des Thrones aufrückte. Seine jüngeren Geschwister waren Robert von Artois (1216–1250), Johann Tristan (1219–1232), Alfons von Poitiers (1220–1271), Philipp Dagobert (1222–1232), Isabella von Longchamp (1224–1270) und Karl von Anjou (1227–1285).

Ludwig IX. war einem tiefen christlichen Lebensstil verpflichtet, in dem ihm unter seinen Vorgängern nur König Robert II. der Fromme gleichgekommen sein soll. Geprägt von Frömmigkeit und Barmherzigkeit führte er, soweit es einem weltlichen Herrscher gestattet war, ein Leben in strengster Askese. Sein Alltag war bestimmt von Bescheidenheit, Kargheit, schlichter Kleidung und größtmöglicher Keuschheit. Laut Nangis gestatteten sich Ludwig und seine Frau den Beischlaf nur in den von der Kirche vorgeschriebenen „Zeiten der Umarmung“.

Ludwig wurde schon zu Lebzeiten von seinen Zeitgenossen als Heiliger verehrt, was sich nach seiner offiziellen Kanonisation noch verstärkte.

Mit der Veröffentlichung der Bulle „Gloria Laus“ am 11. August 1297 in Orvieto wurde Ludwig heiliggesprochen. Dieser Akt stellte ein diplomatisches Entgegenkommen des Papstes zu Philipp dem Schönen dar, nachdem sich beide im Jahr zuvor zerstritten hatten.

Der heilige Ludwig zählt zu den bedeutenden europäischen Monarchen des Mittelalters. Seine Herrschaft blieb in Frankreich als ein goldenes Zeitalter (le siècle d'or de St. Louis) in Erinnerung, in dem das Land einen ökonomischen wie auch politischen Höhepunkt erreichte. Er war Anführer zweier Kreuzzüge und wurde seit dem Tod Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen unter den europäischen Herrschern als primus inter pares angesehen, dessen moralische Integrität ihn zu einem Schiedsrichter ihrer Streitigkeiten erhob.

Ludwig IX. von Frankreich verstarb am 25. August 1270 in Karthago.

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Papst Benedikt XVI.

Joseph Aloisius Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) wurde am 16. April 1927 in Marktl am Inn, Oberbayern geboren. Er ist emeritierter Papst (lat. Papa emeritus) und war vom 19. April 2005 bis zu seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und damit des Staats Vatikanstadt. Er war der erste deutsche Papst seit Hadrian VI. (1523) und nach Coelestin V. (1294) der zweite Papst der Geschichte, der freiwillig von seinem Amt zurücktrat.

Vor seinem Pontifikat war Joseph Ratzinger zuletzt Dekan des Kardinalskollegiums (seit 2002) und Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre (seit 1981). Er galt als einer der einflussreichsten Kardinäle und in theologischen und kirchenpolitischen Fragen als rechte Hand seines Vorgängers Johannes Paul II. Im Konklave am 18. und 19. April 2005 wurde er zum 264. Nachfolger Petri gewählt.

Joseph Alois Ratzinger mit angeblich jüdischer Abstammung

Am 25. Januar 2011 veröffentlichte ein Aron ben Gilad den Beitrag "Pope Benedict XVI's Jewish Ancestry". Darin versucht er einen Stammbaum mütterlicherseits des Papstes Benedikt XVI. zu erstellen, und dabei den Nachweis zu erbringen, dass Joseph Alois Ratzinger nicht deutscher, sondern jüdischer Abstammung sei.

Laut Aron ben Gilad sei die Urgroßmutter Papst Benedikts XVI. die 1834 in Mährisch Weißkirchen in der österreichischen Markgrafschaft Mähren geborene Jüdin Betty Tauber gewesen. Die Behauptung wird daher mit einer Genealogie "untermauert", die bis Judah Löw (Jehuda ben Bezal'el Löw Yehuda Loew) zurückreicht, jenem legendären Prager Rabbi Löw (c1512-1609), der in der Stadt des heiligen Albrecht an der Moldau der Legende nach aus Lehm und mit Magie einen Menschen oder zumindest ein menschenähnliches Wesen geschaffen haben soll.

Der Augustiner Chorherr Rüdiger Weinstrauch vom Stift Neustift bei Brixen in Südtirol veröffentlichte den tatsächlichen Stammbaum von Papst Benedikt XVI., wie er zweifelsfrei anhand der originalen Pfarrbücher in Tirol nachweisbar ist. Der Papst stammt, wie längst bekannt, mütterlicherseits aus Tirol und nicht aus Mähren, um genau zu sein aus der Gemeinde Natz-Schabs, die oberhalb der Bischofsstadt Brixen liegt.

Die Tiroler Abstammung lässt sich anhand der zeitgenössischen Kirchenbücher bis zu deren Einführung am Beginn der Neuzeit zurückverfolgen.

Quellen: Katholisches Magazin für Kirche und Kultur, Wikipedia

Die Genealogie von Papst Benedikt XVI. befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Papst Benedikt XVI.". Die Genealogie des Rabbi kann im Familienbuch "Judah Löw (c1512-1609)" aufgerufen werden.

 

Ludwig I. von Franzien (778-840)

Ludwig I. von Franzien (genannt "Ludwig der Fromme") kam am 11. April 778 in Chasseneuil-du-Poitou zur Welt.

Er war König des Fränkischen Reiches (in Aquitanien seit 781, im Gesamtreich seit 814) und Kaiser (814-840). Er war Sohn und Nachfolger Karls des Großen und führte dessen Reformpolitik zunächst erfolgreich weiter.

In Auseinandersetzungen mit seinen eigenen Söhnen zweimal vorübergehend abgesetzt (830, 833/34), gelang es Ludwig dem Frommen jedoch nicht ein überlebensfähiges fränkisches Großreich zu schaffen - drei Jahre nach seinem Tod wurde das Frankenreich im Vertrag von Verdun (843) aufgeteilt.

Vor seiner ersten Ehe hatte Ludwig I. bereits aus einer Verbindung um das Jahr 793 zwei Kinder namens Alpais (Elpheid) und Arnulf. Im Jahre 794 ehelichte er Irmingard (780-818), Tochter des Grafen Ingram. Aus dieser Ehe stammen fünf Kinder. In zweiter Ehe heiratete er 819 Judith von Bayern. Aus der zweiten Ehe stammen zwei Kinder.

Ludwig I. von Franzien verstarb am 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein. Er wurde neben seiner Mutter in der Abtei St. Arnold in Metz beigesetzt.

Philipp IV. von Spanien (1605-1665)

Philipp IV. von Spanien kam am 8. April 1605 im Palacio Real de Valladolid zur Welt.

Von 1621 bis 1665 regierte er die Länder der spanischen Krone (Spanien, Neapel, Sizilien, Sardinien, Spanische Niederlande) mit dem Kolonialbesitz, bis 1640 war er als Filipe III letzter habsburgischer König von Portugal.

Die zahlreichen, anhaltenden Kriege hatten mehrfache Staatsbankrotte zur Folge. Im Inneren kam es auch durch den Versuch, einen Zentralstaat durchzusetzen, insbesondere in Katalonien (seit 1640) zu Aufständen, Portugal erlangte 1640 die Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Insgesamt steht die Regierungszeit Philipps IV. für den Niedergang der spanisch-habsburgischen Macht und den Verlust der Hegemonialstellung.

Zur Festigung der Annäherungspolitik zwischen Spanien und Frankreich wurde 1611 ein Ehevertrag zwischen dem Haus Habsburg und den Bourbonen unterzeichnet. Gemäß diesen Bestimmungen sollte der noch minderjährige Philipp mit Élisabeth de Bourbon vermählt werden. Am 25. November 1615 wurde der zehnjährige Philipp mit der drei Jahre älteren Élisabeth in der Kathedrale von Burgos verheiratet. Ab 1621 kamen acht Kinder aus dieser Beziehung hervor, von denen aber nur das jüngste alt genug wurde, um verheiratet werden zu können. Seine Gemahlin verstarb am 6. Oktober 1644 im Alter von 41 Jahren.

In zweiter Ehe vermählte sich Philipp IV. am 8. November 1649 mit Maria Anna von Österreich (1634–1696). Die Heirat war eine Reaktion auf den Tod seines einzigen Sohnes und Thronfolgers Baltasar Carlos. Dieser war nur wenige Wochen nach einer Vereinbarung mit Kaiser Ferdinand III. gestorben, laut der er dessen Tochter Maria Anna hätte heiraten sollen. Obwohl er sich von diesem Schicksalsschlag nur sehr langsam erholte, entschloss sich der damals 42-jährige Philipp letztlich, den Vorschlag des Kaisers anzunehmen und selbst die Braut seines verstorbenen Sohnes zu heiraten, obwohl diese seine leibliche Nichte und erst 13 Jahre alt war. Maria Anna (span. Mariana) traf erst im Herbst 1649 in Madrid ein, so dass sie zum Zeitpunkt ihrer Vermählung 15 Jahre alt war.

Drei seiner insgesamt fünf mit Maria Anna gezeugten Kinder starben entweder kurz nach der Geburt, oder sie kamen tot zur Welt. Nur eine Tochter und ein Sohn erreichten das Erwachsenenalter. Die Tochter Margarita Teresa wurde später mit ihrem Onkel, Leopold I., verheiratet.

Philipp IV. zeugte mit seinen Mätressen 29 Kinder. Aus der Beziehung mit der Schauspielerin Maria Ines Calderon stammt Juan José de Austria (1629-1679).

Der Nachfolger König Philipps IV. war der am 6. November 1661 geborene Karl II. Dieser war jedoch schon von Beginn an ein schwächliches und krankes Kind. An ihm zeigten sich aufgrund des jahrhundertelangen Inzests zwischen den einzelnen Königshäusern deutliche Degenerationserscheinungen. Während normalerweise ein Mensch in der fünften Generation über 32 verschiedene Vorfahren verfügt, waren es aufgrund der innerfamiliären Heiraten lediglich zehn, und sieben seiner acht Urgroßeltern stammten direkt von Johanna der Wahnsinnigen (Juana la loca) ab.

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Johann Joseph von Habsburg (1629-1679)

Johann Joseph von Habsburg (Juan José de Austria) kam am 7. April 1629 in Madrid zur Welt.

Seine Mutter war die Schauspielerin Maria Ines Calderón, deren ausschweifendes Leben die Zuordnung der Vaterschaft problematisch macht. Er wurde von König Philipp IV. von Spanien als sein unehelicher Sohn anerkannt.

Ramiro Núñez Felípez de Guzmán, Herzog von Medina de las Torres und Vizekönig von Neapel, hatte ebenfalls eine Beziehung zur Schauspielerin Maria Ines Calderón. Aus diesem Grund gab es lange das Gerücht, dass in Wirklichkeit Ramiro Núñez Felípez de Guzmán (c1600-1668) der leibliche Vater des Kindes sei. Ähnlichkeiten sah man in der Statur, Gesicht, Haare, Stimme, Ehrgeiz und Fantasie.

Philipp IV. von Spanien zeugte mit seinen Mätressen 29 Kinder. Juan José war jedoch der einzige "königliche Bastard" für den er für eine militärische und politische Ausbildung sorgte. Juan José erhielt in Ocaña (Castille-La Manche) eine gepflegte Erziehung durch den Hofmeister Don Pedro de Velasco. Der Jesuit, Mathematiker und Kosmograph Jean-Charles della Faille wurde sein Lehrer. Juan José zeigte hohe Lernbereitschaft. Darüber hinaus habe er Neigungen der Habsburger geerbt, war gewandt im Umgang mit Waffen und Pferd, sowie Liebhaber der Jagd.

Anno 1647 wurde Johann Joseph von Habsburg zur militärischen Hilfe nach Neapel und 1651 nach Katalanien gesandt. In beiden Fällen hatte er die Rolle als "Verteidiger des Friedens". Seine sympathische Art, gepaart mit seinem vorteilhaften Aussehen (vor allem seine langen schwarzen Haare, im Kontrast zu den blonden und blassen Fürsten von Habsburg) machten ihn bei seinen Landsleuten beliebt.

Im Jahre 1656 wurde er nach Flandern geschickt, wo es ebenfalls eine Revolte gegen die Krone von Kastilien gab. Bei der Belagerung von Valenciennes zeigte er seinen großen persönlichen Mut und sorgte so für den Sieg für Spanien.

Um 1661 wurde Don Juan José spanischer Oberbefehlshaber im Restaurationskrieg gegen Portugal. Er eroberte nur einen Teil des südlichen Portugal um d'Évora und wurde aber am 3. Juni 1663 bei Estremoz geschlagen.

Als Vizekönig von Aragon stellte er sich mehrmals gegen die Günstlinge der Königinmutter Maria Anna von Österreich und führte von 1676 bis zu seinem Tod 1679 die Regierungsgeschäfte; durch den Kampf gegen Korruption, die Errichtung der Junta de Comercio und die Stabilisierung des Geldwertes erreichte er erste Verbesserungen der politischen und wirtschaftlichen Lage Spaniens.

Quelle: Wikipedia

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Washington Irving (1783-1859)

Washington Irving wurde am 3. April 1783 als jüngstes von acht Kindern des William und der Sarah Irving im New Yorker Stadtteil Manhattan geboren. Sein Vater war ein schottischstämmiger Kaufmann und Officer der Royal Navy.

Washington Irving, der nach General George Washington benannt wurde, studierte zunächst Jura, schrieb aber schon früh Beiträge für verschiedene Magazine. 1809 starb seine siebzehnjährige Verlobte Matilda Hoffmann.

In Europa brachte es ihm später den Ruf ein, "Erfinder" der amerikanischen Kurzgeschichte zu sein. Er war der erste amerikanische Schriftsteller, der sich im Ausland einen Namen machen konnte. 

Washington Irving, alias "Diedrich Knickerbocker", verstarb am 28. November 1859 in seinem Landhaus in Tarrytown. Er wurde auf dem Sleepy Hollow Cemetery in New York beigesetzt.

Zwischen dem Schriftsteller Washington Irving und Bürgern der Stadt Hohenems gibt es eine interessante Querverbindung.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk.

Karl I. von Franzien (742-814)

Karl I. von Franzien, bekannt als "Karl der Große", kam wahrscheinlich am 2. April 747 zur Welt. Er stammt aus dem Geschlecht der Karolinger und war seit dem 9. Oktober 768 König des Fränkischen Reiches und ab dem 25.Dezember 800 Römischer Kaiser.

Der Enkel Karl Martells erhielt bereits zu Lebzeiten den Beinamen "der Große" und gilt seit dem Mittelalter als einer der bedeutendsten Herrscher des Abendlandes. Das Frankenreich erfuhr unter ihm seine größte Ausdehnung. Mit seiner Krönung durch Papst Leo III. am Weihnachtstag 800 in Rom wurde das Kaisertum im Westen Europas erneuert. Auf Initiative Kaiser Friedrich Barbarossas wurde Karl am 29. Dezember 1165 von Gegenpapst Paschalis III. heiliggesprochen und als "Pater Europae" ("Vater Europas") verklärt.

Sowohl Deutsche als auch Franzosen führen die Anfänge ihrer Nationalgeschichte auf Karl den Großen zurück.

Sein Ehe-, Sexual- und Familienleben stand in eklatantem Widerspruch zu den kirchlichen Moralvorstellungen und dem darauf aufbauenden Kirchenrecht. Bereits die Verstoßung seiner ersten langobardischen Ehefrau und die anschließende Wiederverheiratung mit der Alemannin Hildegardis war kirchenrechtlich anstößig, weil sie gegen das Unauflöslichkeitsprinzip der Ehe verstieß. Schlimmer noch war aber aus kirchlicher Sicht, dass er außer mit seinen Ehefrauen auch sexuellen Umgang mit einer Reihe von Konkubinen pflegte, von denen einige den Status regelrechter Nebenfrauen hatten und ihm auch Nachkommen schenkten.

Außerdem verhinderte Karl, möglicherweise auch aus politischen Gründen, dass seine Töchter heirateten, duldete aber stillschweigend, dass sie mit Mitgliedern der Hofgesellschaft im Konkubinat lebten. Erst nach seinem Tod konnten diese Verhältnisse offen kritisiert werden, zumal sein kirchlich erzogener Sohn Louis I. (Ludwig der Fromme) daran Anstoß nahm und als eine seiner ersten Maßnahmen die Konkubinen seines Vaters und deren Kinder vom Hof verbannte und in Klöstern unterbringen ließ.

Karl der Große verstarb am 28. Januar 814 in Aachen.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Dr. med. Karl Ludwig Bonhoeffer (1868-1948)

Dr. med. Karl Ludwig Bonhoeffer kam am 31. März 1868 in Neresheim, Königreich Württemberg zur Welt. Er war ein deutscher Psychiater und Neurologe, Geheimer Medizinalrat, Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, Direktor der Klinik für psychische und Nervenkrankheiten der Charité in Berlin.

Von 1886 bis 1887 leistete er in Stuttgart Militärdienst. Bonhoeffer studierte von 1887 bis 1892 Medizin. Zunächst an der Eberhard Karls Universität Tübingen, wo er Mitglied der Studentenverbindung A. V. Igel wurde, dann an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und anschließend an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

1912 wurde er Nachfolger von Theodor Ziehen als Ordinarius für Psychiatrie und Neurologie an der Berliner Charité. Dieses Ordinariat hatte er bis zu seiner Emeritierung 1938 inne.

Bonhoeffer forschte im Bereich der Bekämpfung des Morphinismus, Kokainismus und weiterer Suchterkrankungen. Im Rahmen seiner Gutachtertätigkeit zu Unfall- und Kriegsneurosen prägte er den Begriff "Rentenneurose". Im Jahr 1936 wurde er zum Mitglied der Gelehrtenakademie Leopoldina gewählt.

Karl Bonhoeffer verlor seine Söhne Dietrich Bonhoeffer und Klaus Bonhoeffer sowie seine Schwiegersöhne Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher durch Hinrichtung im Namen von Hitlers NS-Regime.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk.

Wolf Dietrich von Raitenau (1559-1617)

Wolf Dietrich von Raitenau kam am 26. März 1559 in Schloss Hofen (Lochau am Bodensee) zur Welt.

Im Mai 1587 wurde er als Kompromisskandidat zum Erzbischof gewählt. Schon nach kurzer Zeit führte er Reformen in der Liturgie und Verwaltung durch. Anfänglich verfolgte er eine strikte gegenreformatorische Linie und verwies im Jahr 1589 alle Protestanten der Stadt Salzburg. Er rief die Kapuziner und die Augustiner-Eremiten ins Land, um die Gegenreformation weiterzuführen. Wolf Dietrich fand jedoch bald zu einer Politik der Toleranz, die ihn aber der Kurie entfremdete. Der hochgebildete Erzbischof besaß einen scharfen Verstand, war aber oft unberechenbar und jähzornig.

Für seine Lebensgefährtin Salome Alt, mit der er 15 Kinder hatte, ließ er das Schloss Altenau bauen, das von seinem Nachfolger in Mirabell umbenannt wurde.

Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau verstarb am 16. Jänner 1617 auf der Festung Hohensalzburg.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Kaiser Maximilian I. (1459-1519)

Erzherzog Maximilian von Österreich kam am 22. März 1459 auf der Burg in Wiener Neustadt zur Welt.

Er stammt aus dem Geschlecht der Habsburger und ist ein Sohn von Kaiser Friedrich III. und dessen Ehefrau Eleonore von Portugal. Maximilian trug den Beinamen "der letzte Ritter".

Maximilian war aufgrund Heirat ab 1477 Herzog von Burgund, ab 1486 römisch-deutscher König, ab 1493 Herr der Habsburgischen Erblande und vom 4. Februar 1508 bis zum 12. Januar 1519 römisch-deutscher Kaiser.

Kaiser Maximilian I. (HRR) starb am 12. Januar 1519 auf der beschwerlichen Reise von Innsbruck zum Landtag nach Linz in der Burg von Wels. Wie andere Könige und Kaiser des Mittelalters inszenierte Maximilian seinen Tod. Nachdem er bereits seit vier Jahren stets seinen Sarg mitgeführt hatte, präsentierte er sich nun als außergewöhnlich demütiger und mit Schuld beladenener Sünder und Büßer. Nachdem er die Sterbesakramente ("letzte Ölung") empfangen hatte, übergab er das kaiserliche Siegel und verbot, ihn mit seinen Titeln anzureden. Er ordnete an, nach seinem Tod nicht einbalsamiert zu werden, sondern verfügte stattdessen, dass sein Leichnam gegeißelt werde und dass seine Haare geschoren und die Zähne ausgebrochen werden. Leichenhemd und Beinkleid ließ er sich (angeblich aus Scham) kurz vor dem Tod bringen, zog sich selbst noch an und verfügte, dass er so in den Sarg gelegt werden solle.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Franz Herkules von Frankreich (1555-1584)

Franz Herkules (François-Hercule) kam 18. März 1555 in Saint-Germain-en-Laye zur Welt. Er war der jüngste Sohn des Königs Heinrich II. aus dem Haus Valois und der Katharina von Medici.

Franz Herkules wurde nicht König. Er hatte aber zahlreiche Titel, wie Prinz von Frankreich, Herzog von Alençon und Château-Thierry, Graf von Le Perche, Mantes, Meulan, Herzog von Évreux, Graf von Dreux, Graf von Maine, Herzog von Anjou, Touraine und Berry, Graf von Flandern, sowie sieben-facher Pair von Frankreich.

1579 wurde er von Wilhelm dem Schweiger dazu animiert, die Vereinigten Niederländischen Provinzen als Erbsouverän zu führen. Es gelang dem katholischen François-Hercule nicht, unter den protestantischen Bewohnern große Sympathie oder gar Popularität zu gewinnen und Zeeland und Holland weigerten sich weiterhin, ihn als ihren Souverän anzuerkennen.

Franz Herkules von Frankreich verstarb am 10. Juni 1584 in Château-Thierry und wurde in der Basilika Saint-Denis bestattet.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Josef Felder (1804-1884)

Josef Felder wurde am 17. März 1804 in Au, Bregenzerwald geboren.

Felder absolvierte acht Jahre Militärdienst in Venedig, wo er einem Musikzug zugeteilt war. Dort konnte er sein musikalisches Talent reichlich ausbilden.

Im Jahre 1832 kehrte er mit viel Notenmaterial in seine Heimat Au zurück. In Au sammelte er musikbegabte Männer um sich und wurde so der Gründer der Auer Bürgermusik.

Drei seiner Söhne, Enkel und Urenkel waren später in führenden Funktionen der Bürgermusik Au aktiv. Unter diesen sechs Mitwirkende aus der Familie Marinelli.

Ab dem Jahre 1850 war Josef Felder auch Organist in der Pfarrkirche St. Leonhard in Au.

Josef Felder war dreimal verheiratet und hatte insgesamt 16 Kinder. Er verstarb am 17. Juni 1884 im Alter von 80 Jahren.

In der Festschrift zum 100-jährigen Gründungsfest der Bürgermusik Au (26. bis 28. Juli 1963) wurde seine Geschichte im Zusammenhang mit der Bürgermusik Au festgehalten.

Seine Genealogie und Auszüge aus der Festschrift befinden sich im Stammbaum-Netzwerk und im Ortsfamilienbuch "Au, Bregenzerwald".

Philipp von Spanien (1720-1765)

Philipp von Spanien kam 15. März 1720 in Madrid zur Welt.

Er war Infant von Spanien und seit 1738 Graf von Chinchón, ein Titel, den er im Jahre 1761 an seinen jüngeren Bruder Luis de Borbón y Farnesio übergab. Im Jahre 1748 wurde er zum Herzog von Parma sowie zum Herzog von Piacenza und Guastalla bestimmt.

Philipp war der dritte Sohn von König Philipp V. von Spanien und seiner zweiten Gemahlin Elisabetta Farnese. Im Gegensatz zu seiner Mutter Elisabetta, die ein großes politisches Talent besaß und ihren Mann bei den Regierungsgeschäften beriet, war Philipp eher künstlerisch begabt und interessierte sich für Musik, Literatur, Poesie und Sprachen.

Am 25. Oktober 1739 heiratete Philipp die französische Prinzessin Louise Elisabeth von Frankreich, erste Tochter von König Ludwig XV. von Frankreich. Ziel dieses Eheprojekts, die Verheiratung der zwölfjährigen Prinzessin mit ihrem achtzehnjährigen Cousin, war eine Festigung der Beziehungen zwischen den französischen und spanischen Bourbonen.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Joseph II. von Österreich (1741-1790)

Erzherzog Joseph II. von Österreich wurde am 13. März 1741 als ältester Sohn der österreichischen Regentin Maria Theresia und deren Gemahl Großherzog Franz Stephan von Lothringen in Schloss Schönbrunn geboren.

Ab 1760 erhielt Joseph die Möglichkeit, an den Sitzungen der obersten kollegial organisierten Verwaltungsbehörden und des Staatsrates teilzunehmen. Von 1765 bis 1780 amtierte Joseph, den die Kaiserwürde alleine nur titularisch aufwertete, als Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den Ländern der Habsburgermonarchie, ab 1780 übte er die Herrschaft als Erzherzog von Österreich allein aus.

Im Zuge der Neuorientierung der habsburgischen Bündnis- und Außenpolitik, die den traditionellen Gegensatz zum Erbfeind Frankreich beenden sollte, beschlossen Maria Theresia und Ludwig XV. die dynastische Verbindung der Habsburger mit den Bourbonen. Zur Stärkung des Bündnisses und als äußeres Zeichen der Eintracht arrangierten sie die Vermählung Josephs mit Isabella von Bourbon-Parma, einer Enkelin des französischen Königs. Die 18-jährige Isabella war die älteste Tochter des Herzogs Philipp von Parma und dessen Gemahlin Marie Louise Élisabeth de Bourbon. Joseph und Isabella am 6. Oktober 1760 in der Augustinerkirche getraut. Aus der Verbindung gingen zwei Töchter hervor. Nach dreijähriger Ehe am 27. November 1763 starb Isabella an Pocken. Der Verlust Isabellas stürzte Joseph in tiefste Verzweiflung.

In der Folge war man von verschiedenen Seiten bemüht, Joseph erneut zu verheiraten. Nach erfolglosen Verhandlungen u. a. mit Spanien und Portugal drängte Maria Theresia ihren Sohn zur Heirat mit einer deutschen Prinzessin. Schließlich beugte sich Joseph dem Willen der Mutter und entschied sich für seine Cousine zweiten Grades Maria Josepha von Bayern, Tochter Karls VII. und dessen Gemahlin Maria Amalia von Österreich. Die Hochzeit fand am 23. Januar 1765 in Schloss Schönbrunn statt. Die Ehe Josephs mit der zwei Jahre älteren Maria Josepha galt als unglücklich, wahrscheinlich wurde sie nie vollzogen. Joseph mied das gemeinsame Schlafzimmer und ließ sogar den gemeinsamen Balkon in Schönbrunn abteilen, um seine Frau nicht sehen zu müssen. Der Kaiser beschrieb seine Gemahlin als "kleine und dicke Gestalt" mit "hässlichen Zähnen". Maria Josepha verstarb am 28. Mai 1767 an den Pocken, Joseph blieb dem Begräbnis seiner zweiten Ehefrau fern.

Nach diesen negativen Erfahrungen weigerte sich Joseph in der Folge beharrlich, eine dritte Ehe einzugehen.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Pater Odo OSB (1896-1964)

Karl Alexander Herzog von Württemberg (Pater Odo OSB) wurde am 12. März 1896 in Stuttgart geboren. Er war ein Mitglied des Hauses Württemberg und ein Benediktinermönch.

Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an Westfront sowie in Italien. Nach der Novemberrevolution 1918 schied er als Hauptmann aus dem aktiven Militärdienst aus.

Wenige Monate danach trat er als Chorpostulant in die Erzabtei St. Martin, Beuron ein und wurde 1920 als "Frater Odo" in das Noviziat aufgenommen. Im Februar 1921 legte er die Profess ab und wurde 1926 zum Priester geweiht. Im Sommer 1930 wurde Pater Odo in die nicht weit vom Schloss Altshausen entfernte Abtei St. Martin, Weingarten entsandt, wo er nicht nur mehrere Ämter im Kloster innehatte, sondern sich auch als Jugendmissionar sehr stark in der katholischen Jugendarbeit engagierte. Dadurch, aber auch durch den klerikal-konservativen Katholizismus seiner Familie geprägt, geriet er von Anfang an in die Opposition zum Nationalsozialismus und wurde bereits 1933 mehrfach von der Geheimen Staatspolizei verhört.

Zunächst verließ er Württemberg und trat 1934 in die nicht lange zuvor gegründete badische Abtei vom heiligen Bartholomäus, Neuburg ein, welche sich jedoch in einer Krise befand. Die nationalsozialistische Regierung bürgerte Pater Odo 1936 aus dem Deutschen Reich aus. Er fand in Klöstern in der Schweiz und in Italien Zuflucht. In der Schweiz gründete er die Internationale Katholische Flüchtlingshilfe und unternahm Reisen in ganz Europa.

Als die schweizerische Regierung 1940 erklärte, dass sie für die Sicherheit des Benediktinerpaters nicht mehr garantieren könne, entschloss er sich zur Emigration in die Vereinigten Staaten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gründete Pater Odo die "Central European Rehabilitation Association, Inc." (CERA) mit dem Ziel, Lebensmittel, Kleider, Medikamente und andere benötigte Artikel in das vom Krieg zerstörte Zentraleuropa zu senden. Nach der Auflösung der CERA, die ihren Zweck erfüllt hatte, kehrte der Pater 1949 nach Deutschland zurück und trat wiederum in die Abtei vom heiligen Bartholomäus, Neuburg ein.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Kaspar von Hohenems (1573-1640)

Kaspar von Hohenems kam am 1. März 1573 auf Burg Alt-Ems zur Welt. Er war Reichsgraf und entstammte dem Geschlecht der Herren von Ems.

Seine Eltern waren Jakob Hannibal I. von Hohenems (1530-1587) und Hortensia Borromeo (1551-1578), die 1565 in Rom geheiratet hatten. Sein Vater starb, als Kaspar 14 Jahre alt war, woraufhin sich sein Onkel Kardinal Markus Sittikus von Hohenems seines Neffen annahm. Kaspars Bruder Markus Sittikus erlangte als Fürsterzbischof von Salzburg einige Berühmtheit, ebenso sein Sohn Jakob Hannibal II. (1595-1646).

1589 trat Kaspar als Kämmerer in die Dienste von Erzherzog Ferdinand von Tirol.

Am 15. Mai 1592 heiratete er Eleonore Philippine von Welsperg, mit der er 13 Kinder hatte. Am 4. Januar 1614 verstarb seine Gattin im Kindbett. Bereits im März 1614 heiratete Kaspar trotz der Bedenken seiner ältesten Tochter die um die Hälfte jüngere Gräfin Anna Amalia von Sulz, mit der er 2 Kinder hatte.

Zwischen 1607 und 1614 hatte Kaspar das Vogteiamt für Bludenz und Sonnenberg inne. 1613 erwarb er von Karl Ludwig zu Sulz die Herrschaften Vaduz und Schellenberg.

Am 10. September 1640 verstarb Kaspar in Hohenems. Nach seinem Tod begann der Abstieg seines Geschlechts.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Franz II. von Lothringen (1572-1632)

Franz II. von Lothringen kam am 27. Februar 1572 als ein jüngerer Sohn des Herzogs Karl III. von Lothringen und dessen Frau Claudia von Valois in Nancy zur Welt. Er war Graf von Vaudémont sowie für fünf Tage Herzog von Lothringen und Bar.

Sein Vater ernannte ihn zu seinem Stellvertreter (Generalleutnant), während er selbst 1594 außer Landes war. Im gleichen Jahr wurde er Generalleutnant des französischen Königs in Toul und Verdun. Von September bis Oktober 1606 war er in diplomatischem Auftrag seines Vaters in England.

Anno 1597 heiratete er Christine von Salm (* 1575; + 1627), Tochter des Grafen Paul von Salm und Erbin der halben Grafschaft.

Franz II. überwarf sich 1621 mit seinem Bruder Heinrich II., der seit 1608 Herzog war. Grund für das Zerwürfnis war Heinrichs Absicht, Lothringen seiner Tochter Nicole zu hinterlassen, obwohl das Testament des Herzogs René II. eine rein männliche Erbfolge vorsah. Nach Verhandlungen wurde die Frage dann dadurch geklärt, dass Nicole mit Karl von Vaudémont verheiratet wurde, Franz ältestem Sohn.

Nachdem Heinrich II. am 31. Juli 1624 gestorben war, wurde die Lage kompliziert. Heinrichs letzte Bestimmungen legten fest, dass Karl von Vaudémont lediglich als Ehemann Nicoles Herzog werden sollte. Im November 1625 jedoch trat Franz von Vaudémont vor die lothringischen Generalstände und beanspruchte das Herzogtum, das ihm am 21. November 1625 zugesprochen wurde. Nachdem er fünf Tage später seine Schulden aus der Staatskasse beglichen hatte, trat er zugunsten des Sohnes zurück, der durch oben erwähnte Entscheidung der Generalstände als männlicher Nachfolger des Vaters, die Rechte der Gattin und Base beiseiteschiebend, Herzog aus eigenem Recht wurde. In seinem Testament führte Franz aus, dass er "niemals Ambitionen gehabt habe, in dieser Welt eine Krone zu tragen". Nach dem Rücktritt zog sich Franz II. auf die Verwaltung der Grafschaft Vaudémont und der Herrschaft Salins zurück. Nach weniger als einem Jahr starb er.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Marcantonio Colonna (1535-1584)

Marcantonio Colonna kam am 26. Februar 1535 als Sohn des Ascanio Collona und dessen Gemahlin Giovanna von Aragona in Civita Lavinia zur Welt.

Mit 16 wurde er Leutnant und hatte bereits das Kommando über vier Kompanien Infanterie und 200 Reiter. Er kämpfte in den Kriegen in Siena, Lucignano und 1552 in den Albaner Bergen, um seinem Vater Ascanio zu helfen.

Am 17. Dezember 1552 enterbte ihn sein Vater wegen Befehlsverweigerung. Marcantonio besetzte daraufhin Marino und die anderen Ländereien seines Vaters. Marcantonio Colonna wurde von Papst Paul IV. (Carafa) des Verbrechens des Hochverrats angeklagt und sein ganzes Vermögen eingezogen. Von Papst Pius IV. aus Rom verbannt trat er in spanische Dienste und leitete unter Albas Oberbefehl 1556 die Operationen gegen den Kirchenstaat. Am 4. Mai 1556 erfolgte seine große Exkommunikation, mit ewiger Verwirkung von Waren, Gütern und Ehren. Als Papst Paul IV. im Jahre 1559 verstarb, bemühte sich Marcantonio Collona, alle seine Güter zurückzugewinnen.

Marcantonio Colonna war so erfolgreich, dass man ihn nach Rom zurückrief. Papst Pius V. vertraute ihm 1571 die gegen die Türken ausgerüstete Expedition an, welche sich mit der spanischen unter Juan de Austria vereinigte. Er half den Sieg bei der Seeschlacht von Lepanto zu erfechten und erhielt dafür nach seiner Rückkehr einen in altrömischer Weise gefeierten Triumph.

Daraufhin verwaltete er Sizilien als spanischer Vizekönig. Während er in Sizilien regierte, verliebte er sich in die verheiratete Baronin Eufrosia Siracusa Valdaura, Ehefrau von Calcerano Corbera. Marcantonio ließ ihren Ehemann und ihren Schwiegervater ermorden.

Marcantonio hatte aus der Ehe mit Felicia Orsini 9 Kinder.

Marcantonio Colonna wollte noch den Oberbefehl der Armada übernehmen, als er in Medinaceli am 1. August 1584 im Alter von 49 Jahren starb.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Franz de Paula von Liechtenstein (1802-1887)

Franz de Paula Prinz von und zu Liechtenstein kam am 25. Februar 1802 in Wien zur Welt. Er begründete eine Seitenlinie des Fürstenhauses, welche mit seinem Urenkel Franz Josef II. 1938 in Liechtenstein zur Regierung kam.

Franz de Paula trat 1821 als Leutnant in das österreichische Chevaulegers-Regiment Nr. 1 ein. Seit 1824 war er Oberleutnant im Ulanen-Regiment Nr. 3, 1825 Rittmeister im Ulanen-Regiment Nr. 2. Von 1828 bis 1830 diente er als Eskadronen-Kommandant wieder im Ulanen-Regiment Nr. 3. Ab 1832 versah er seinen Dienst in verschiedenen Husarenregimentern und rückte 1836 zum Oberst auf. Im Revolutionsjahr 1848 nahm er als Brigadier im Reservekorps Welden an den Einsätzen in Italien teil.

Im Oktober 1848 wechselte er in die Armee des Fürsten Alfred I. zu Windisch-Graetz und beteiligte sich als Divisionär an der Niederschlagung der Aufstände in Ungarn 1849. Er führte in der Schlacht bei Schwechat (30. Oktober 1848) die kaiserliche Kavallerie und wurde noch im Dezember zum Feldmarschallleutnant befördert. Im Winterfeldzug kommandierte er die Kavallerie-Division des Reserve-Korps und nahm an der Schlacht von Hatván (6. April 1849) und an der Ersten Schlacht von Komorn (26. April) teil. Im Sommerfeldzug 1849 befehligte er eine Division im Verband des I. Korps, das von Graf Schlik kommandiert wurde. Er kämpfte am 28. Juni an der Spitze der Brigade Bianchi bei der Belagerung von Raab, am 11. und 14. Juli in der zweiten und dritten Schlacht von Komorn. Nachdem FML von Wohlgemuth zum Militärgouverneur von Siebenbürgen war ernannt worden war, erhielt er das Kommando des IV. Armee-(Reserve)-Korps. Im Gefechte bei Uj-Szegedin (3. August) erzwangen seine Truppen den Theiß-Übergang, zwei Tage später nahm er unter FZM Haynau an der Schlacht bei Szöreg (5. August) teil.

Ab 16. Oktober 1849 führte er des III. Armeekorps als Besatzung in Ungarn. Ebenfalls 1849 wurde er zum Inhaber des Husaren-Regiments Nr. 9. Nach dem Frieden wurde er am 27. November 1859 zum Generalinspektor der Kavallerie-Inspektor (im Amt bis 1866) und zum General der Kavallerie ernannt.

Von 1860 bis 1861 führte er in Ungarn das Landesgeneralkommando. Seit 1861 besaß Prinz Franz ein Mandat im Herrenhaus des österreichischen Reichsrates, zunächst bis 1871 als lebenslang ernanntes Mitglied, seitdem als erbliches Mitglied.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".

Karl V. von Habsburg (1500-1558)

Karl V. - spanisch Carlos I., französisch Charles Quint - (* 24. Februar 1500 im Prinzenhof, Gent, Burgundische Niederlande; + 21. September 1558 im Kloster von Yuste, Extremadura) war ein Angehöriger des Herrscherhauses Habsburg.

Nach dem frühen Tod seines Vaters Philipp I. von Habsburg und Kastilien war Karl ab 1515 Herzog der Burgundischen Niederlande und ab 1516 als Carlos I. der erste König von Spanien, genauer von Kastilien, León und Aragón in Personalunion. Im Jahr 1519 erbte er das Erzherzogtum Österreich und wurde als Karl V. zum römisch-deutschen König gewählt, nach seiner Krönung 1520 trug er (wie sein ungekrönt gebliebener Großvater Maximilian I. und seine künftigen Nachfolger) zunächst den Titel "erwählter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches", Sacrum Romanum Imperium.

1520 wurde er im Kaiserdom zu Aachen durch den Kölner Erzbischof Hermann V. von Wied zum "erwählten" Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Im Jahre 1530 wurde er offiziell, als letzter römisch-deutscher König, durch Papst Clemens VII. zum Kaiser gekrönt und ist damit nach Friedrich III. der zweite und letzte Habsburger, der von einem Papst gekrönt wurde.