Markus Sittiskus III. von Hohenems (1533-1595)
Kardinal Markus Sittiskus III. von Hohenems
 
Markus Sittikus III. von Hohenems wurde am 19. August 1533 als Sohn des Grafen Wolf Dietrich von Hohenems und dessen Gemahlin Clara de Medici auf Burg Alt-Ems geboren. Er war von 1561 bis 1589 Bischof von Konstanz, außerdem päpstlicher Legat sowie Kardinal.

Markus Sittikus III. von Hohenems ist der Erbauer des Hohenemser Palastes und des heutigen Rathauses (damals Gästehaus). Er ließ in Rom den Palazzo Altemps und in Frascati die Villa Mondragone erbauen.
 
Zunächst für den geistlichen Stand bestimmt, schlug Markus Sittikus nach kurzer Schulzeit in Überlingen die militärische Laufbahn ein. Seit 1550 befand sich Markus Sittich von Hohenems in Begleitung seines Onkels Gian Giacomo de Medici, Marquis von Melegnano, einem der letzten gewalttätigen Condottieri der Renaissance: 1552 nahm er im Gefolge Karls V. an der Schlacht zur Rückgewinnung von Metz gegen Frankreich teil, 1554/55 beteiligte er sich an der Belagerung Sienas und wehrte vor der toskanische Hafenstadt Piombino einen Seeangriff der Türken ab, die von den Franzosen zur Entlastung Sienas geschickt worden waren.
 
Sein Onkel, Kardinal Giovanni Angelo de Medici wurde Ende 1559 zum Papst gewählt und erhielt am 6. Jänner 1560 als Pius IV. die Tiara. Seine zahlreichen italienischen und deutschen Neffen erhielten umgehend Benefizien um seine Macht am römischen Hof sicherzustellen. Die Familie Hohenems wurde am 27. April 1560 von Kaiser Ferdinand I. in den Reichsgrafenstand erhoben.
 
Markus Sittikus, der seinen Dienst 1560 als Hauptmann eines Fähnleins in Italien 1560 zugunsten einer geistlichen Karriere quittierte, erhielt am 29. Mai 1560 das Bistum Cassano (Kalabrien) als Administrator, ohne zuvor die kirchlichen Weihen empfangen zu haben. Der Versuch, 1560 mit päpstlicher Hilfe Koadjutor des erkrankten Bischof Christoph Metzler in Konstanz zu werden, scheiterte am Widerstand von Domkapitel, Stiftsadel und Eidgenossenschaft.
 
In einem zweiten Anlauf wurde Markus Sittikus 1561 dann doch auf Druck Roms und mit kaiserlicher Unterstützung als Nachfolger Metzlers vom Domkapitel gewählt. Zunächst päpstlicher Kammerkleriker, ernannte ihn der Papst 1561 trotz seiner mangelhaften theologischen und humanistischen Bildung zum Kardinaldiakon. Als Legat auf dem Konzil von Trient konnte Markus Sittikus seine Verbindungen zu deutschen Höfen und Fürsten und sein diplomatisches Geschick für die Kurie einsetzen. Als Kardinaldiakon hatte er u.a. grossen Einfluss auf die Papstwahlen Pius V., Gregor XIII. und Sixtus V. Am 2. Mai wurde er zum Statthalter der Mark Ancona befördert und anschließend als päpstlicher Legat an den kaiserlichen Hof nach Wien entsandt. Im Konsistorium vom 26. Februar 1561 erfolgte seine Kardinalserhebung und im März die Ernennung zum Kardinaldiakon der römischen Titelkirche Santi XII Apostoli, deren Kardinalpriester er 1563 wurde.
 
Da Markus Sittikus seine Energie hauptsächlich für den Aufbau einer eigenen Dynastie in Rom einsetzte, blieb ihm wenig Zeit, sich um seine Diözese - v.a. um die in den katholischen Kantonen der Schweiz wegen ihres Lebenswandels gemassregelten Geistlichen - zu kümmern. Auch die 1567 auf Druck Pius V. durchgeführte Diözesansynode brachte kaum Besserung. Kritik aus der Diözese an seiner Amtsführung und seine Weigerung, während seiner Abwesenheit Statthalter und Räte aus dem Domkapitel zu bestellen, sowie Loslösungspläne der Eidgenossen von Konstanz, führten 1589 zur Resignation des Markus Sittikus als Bischof. Nachdem er zuvor schon zahlreiche bedeutende Titelkirchen nacheinander innehatte, ernannte ihn Papst Gregor XIII. 1580 zum Kardinalpriester von Santa Maria in Trastevere. Markus Sittikus III. von Hohenems behielt seinen Einfluss im Konsistorium bis zu seinem Lebensende. Er war auf dem Konklave vom 10. bis 30. Januar 1592 (Clemens VIII.) einer der wesentlichen meinungsbestimmenden Kardinäle.
 
Markus Sittikus III. von Hohenems hatte mit Olivia Giganti zwei uneheliche Kinder. Einer der natürlichen Söhne des Kardinals, Roberto Altemps (+ 1586), verheiratet mit Cornelia Orsini, wurde zum Herzog von Gallese erhoben, seine Nachfahren starben erst 1964 mit Don Alessandro Duca Altemps aus.
 
Markus Sittikus III. von Hohenems starb zurückgezogen am 15. Februar 1595 im Alter von 61 Jahren in Rom. Er wurde in seiner letzten Titelkirche Santa Maria in Trastevere in der von ihm errichteten Cappella Altemps beigesetzt.
 
Seine Genealogie befindet sich im Familienbuch der Adeligen und im Stammbaum-Netzwerk.