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Joseph II. von Österreich (1741-1790)

Erzherzog Joseph II. von Österreich wurde am 13. März 1741 als ältester Sohn der österreichischen Regentin Maria Theresia und deren Gemahl Großherzog Franz Stephan von Lothringen in Schloss Schönbrunn geboren.

Ab 1760 erhielt Joseph die Möglichkeit, an den Sitzungen der obersten kollegial organisierten Verwaltungsbehörden und des Staatsrates teilzunehmen. Von 1765 bis 1780 amtierte Joseph, den die Kaiserwürde alleine nur titularisch aufwertete, als Mitregent seiner Mutter Maria Theresia in den Ländern der Habsburgermonarchie, ab 1780 übte er die Herrschaft als Erzherzog von Österreich allein aus.

Im Zuge der Neuorientierung der habsburgischen Bündnis- und Außenpolitik, die den traditionellen Gegensatz zum Erbfeind Frankreich beenden sollte, beschlossen Maria Theresia und Ludwig XV. die dynastische Verbindung der Habsburger mit den Bourbonen. Zur Stärkung des Bündnisses und als äußeres Zeichen der Eintracht arrangierten sie die Vermählung Josephs mit Isabella von Bourbon-Parma, einer Enkelin des französischen Königs. Die 18-jährige Isabella war die älteste Tochter des Herzogs Philipp von Parma und dessen Gemahlin Marie Louise Élisabeth de Bourbon. Joseph und Isabella am 6. Oktober 1760 in der Augustinerkirche getraut. Aus der Verbindung gingen zwei Töchter hervor. Nach dreijähriger Ehe am 27. November 1763 starb Isabella an Pocken. Der Verlust Isabellas stürzte Joseph in tiefste Verzweiflung.

In der Folge war man von verschiedenen Seiten bemüht, Joseph erneut zu verheiraten. Nach erfolglosen Verhandlungen u. a. mit Spanien und Portugal drängte Maria Theresia ihren Sohn zur Heirat mit einer deutschen Prinzessin. Schließlich beugte sich Joseph dem Willen der Mutter und entschied sich für seine Cousine zweiten Grades Maria Josepha von Bayern, Tochter Karls VII. und dessen Gemahlin Maria Amalia von Österreich. Die Hochzeit fand am 23. Januar 1765 in Schloss Schönbrunn statt. Die Ehe Josephs mit der zwei Jahre älteren Maria Josepha galt als unglücklich, wahrscheinlich wurde sie nie vollzogen. Joseph mied das gemeinsame Schlafzimmer und ließ sogar den gemeinsamen Balkon in Schönbrunn abteilen, um seine Frau nicht sehen zu müssen. Der Kaiser beschrieb seine Gemahlin als "kleine und dicke Gestalt" mit "hässlichen Zähnen". Maria Josepha verstarb am 28. Mai 1767 an den Pocken, Joseph blieb dem Begräbnis seiner zweiten Ehefrau fern.

Nach diesen negativen Erfahrungen weigerte sich Joseph in der Folge beharrlich, eine dritte Ehe einzugehen.

Seine Genealogie befindet sich im Stammbaum-Netzwerk und im Familienbuch "Adel".