Heilige Katharine Mary Drexel (1858-1955)

Heilige Katharine mit Vorfahren aus Vorarlberg

Katharine Mary Drexel wurde am 26. November 1858 als Tochter des Philadelphia Banker Anthony Francis Drexel und dessen Gattin Hannah Jane Langstrothin in Philadelphia, im US Bundesstaat Pennsylvania geboren.

Katharine Mary Drexel ist die 7x UrEnkelin des aus Hohenems stammenden Michael Drexel, der ungefähr 1515 geboren wurde.

Michael Drexel's UrEnkel, der im Hatlerdorf geborene Franz Martin Drexel (1792-1863), ist im Jahre 1817 via Amsterdam nach Amerika ausgewandert. Franz Martin Drexel ist der Großvater der Heiligen Katharine (Katharine Mary Drexel).

Eintritt ins Kloster

Die Millionärstochter trat am 7. Mai 1889 als Postulatin in das Noviziat der Schwestern der Barmherzigkeit in Pittsburgh ein. Dies war eine drastische Veränderung in ihrem bisher von Luxus geprägten Leben. Am 8. November 1889 war Katharines Tag, an dem sie die Braut Gottes wurde. Gekleidet in ein weißes Hochzeitskleid, das mit Orangenblüten verziert war, schritt sie dem Altar und somit ihrem Entschluss, ihr Leben Gott zu widmen, entgegen. An ihren Fingern und um ihren Hals trug sie Diamanten, was ihr Strahlen nur noch mehr zum Ausdruck brachte. Dass Katharine eine neue religiöse Gemeinschaft ins Leben rufen wollte, wurde erst nach ihrer Einkleidung publik gemacht.

Am 12. Februar 1891 feierte Sr. Katharine schließlich ihren Profess als Schwester vom Hl. Sakrament für Indianer und farbige Menschen. Bischof Phelan von Pittsburgh zelebrierte die Messe und Erzbischof Ryan empfing ihre Gelübde und stattete sie mit dem schwarzen Schleier aus. Sie trug das erste Mal das Ordenskleid ihrer neuen Gemeinschaft, das sich in wesentlichen Details von dem der Schwestern der Barmherzigkeit unterschied. Sie legte das Gelübde für fünf Jahre ab, wobei sie zu den üblichen, wie zum Beispiel dem der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams noch folgende Gelübde hinzufügte: "... die Mutter und Dienerin der Indianer und farbigen Menschen nach dem Grundsatz der Schwestern des Hl. Sakraments; keine Arbeit, die zur Vernachlässigung oder zur Preisgabe der Indianer und farbigen Rassen führen könnte, in die Hand zu nehmen."

Das neue Mutterhaus

Mit dem Ablegen ihrer Gelübde war ein neuer Orden in der Kirche gegründet. Da das Mutterhaus in Pennsylvania noch nicht fertig gestellt war, mussten (jetzt) Mutter Katharine und ihre dreizehn Mitschwestern nach einer Zwischenlösung Ausschau halten. Ihr Sommerhaus in St. Michaels in Torresdale wurde zum provisorischen Konvent umfunktioniert.

Nach etlichen Verzögerungen wurde das Mutterhaus schließlich am 3 Dezember 1892, am Fest des Hl. Franz Xaver, offiziell eingeweiht und bezogen.

Schulen für die Farbigen

In Santa Fe hatte Mutter Katharine, schon bevor sie sich für das Ordensleben entschieden hatte, eine Schule aufgebaut, die zu ihrer Ehre "St. Catherine's School" genannt wurde.

Seit der Entstehung ihrer eigenen Ordensgemeinschaft, wusste sie, dass sie diesen Menschen eine bessere Ausbildung zuteil werden lassen wollte. Ihrer idealen Vorstellung entsprach es, eine Schule und ein Internat zu errichten, wo junge Frauen während der Ausbildung bei den Schwestern wohnen konnten. In Virginia machte sie sich auf die Suche nach einem Grundstück, das sie für die Errichtung einer Schule für farbige Buben verwenden wollte. In Richmond wurde sie fündig. Mutter Katharine hatte entschieden die Schule auf einem Hügel errichten zu lassen. Das Grundstück lag zudem neben jener Schule, die seine Schwester Elizabeth zuvor erbauen ließ. Die neue Schule soll nach ihrem Vater "St. Francis de Sales" benannt werden.

Mutter Katharine hilft den Navajos

1896 erwarb Mutter Katharine ein Stück Land in Arizona, das die Navajos "Tshohotso" nannten. Da keine Priester zur Verfügung standen, wurden die Franziskaner der Provinz Cincinnati damit beauftragt nach Arizona zu gehen, um dort die Seelen zu retten. Am 7. Oktober 1898 erreichten schließlich die ersten Franziskaner das Ziel und machten sich an die Arbeit. Mutter Katherine war damit einverstanden, alles Finanzielle, das für die Eröffnung der Mission notwendig war, in die Hand zu nehmen. Am 3. Dezember 1902 wurde die St. Michael's Schule bei den Navajos Indianern eröffnet.

Bis 1904 war die Ordensgemeinschaft der Schwestern des Hl. Sakraments schon auf 104 Mitglieder angewachsen, die sich im Mutterhaus, in Santa Fe, in Rock Castle und St. Michael's aufhielten.

Im Juni dieses Jahres wandte sich Bischof Byrne von Nashville an Mutter Katharine und bat sie, ob sie ihm helfen könne, mit ihren Schwestern eine Schule für Farbige zu übernehmen. Sie konnte jedoch zu dieser Zeit keine neue Mission in Angriff nehmen und schlug ihm deshalb vor, dass die Dominikanerinnen das Personal stellen sollten. Im Jänner 1905 ging Mutter Katharine mit Sr. M. Mercedes nach Nashville, um das vorgesehene Grundstück zu besichtigen. Im Februar wurde das Grundstück erworben und am 5. September 1905 war die Eröffnung der Schule, die "Immaculate Mother Academy and Industrial School" benannt wurde.

Mutter Katharine wird Generaloberin

Im Mai 1907 segelten Mutter Katharine und Sr. M. James mit einer englischen und einer lateinischen Version ihrer Ordensregeln nach Europa. In Rom hatte Monsignore Kennedy für Mutter Katharine eine Privataudienz mit Papst Pius X. arrangiert, dessen wohlwollende Freundlichkeit sie sehr beeindruckte. Mit der Zeit schien es vorwärts zu gehen, obwohl Mutter Katharine eigentlich doch ein schnelleres Arbeitstempo gewöhnt war.

Am 5. Juli 1907 teile ihr Monsignore Kennedy mit, dass der Papst seine Einwilligung gegeben hatte. Ihre Ordensregeln waren ohne gröbere Veränderungen bewilligt worden. Fünf Jahre würden sie getestet werden, bis sie dann nach dieser Probezeit endgültig anerkannt werden. Als sie am 3. August wieder zu Hause war, war die ganze Gemeinschaft im Mutterhaus versammelt, um sie gebührend zu empfangen.

Am 23. November 1907 wurden die Wahlen und die Bekanntmachung der Regeln angesetzt. Mutter Katharine wurde zur Generaloberin und Sr. M. Juliana zur Novizenmeisterin ernannt. Es begann nun eine neue Ära der Gemeinschaft der Schwestern als Töchter der Kirche. Die endgültige Genehmigung der Ordensregeln würde 1913 erfolgen.

Im Jänner des darauf folgenden Jahres besichtigten Mutter Katharine und Sr. Bernardine die Carlisle Mission. Dort waren schon seit 1906 Schwestern des Hl. Sakraments tätig. Katharine bekam Einladungen zu Eröffnungen von Missionen in Columbus, New York und Chicago. Im Mai ging sie im New Yorker Stadtteil Harlem auf die Suche nach einem geeigneten Gebäude für eine Schule und ein Konvent. Nach einer langen erschöpfenden Suche fand sie schließlich, was ihr passend dafür schien. Kurze Zeit später ging sie mit einigen Schwestern an die Arbeit, um die nötigen Reparaturen zu erledigen und die Häuser auf Hochglanz zu bringen.

Mutter Katharine gibt die Ordensleitung ab

Im Jahre 1937 gab Mutter Katharine die Ordensleitung ab. Es wunderte niemanden, dass Sr. M. Mercedes die zweite Generaloberin des Ordens wurde, Mutter Katharine wurde ihre Stellvertreterin. Die neue Mutter M. Mercedes war Teil des Ordens, seit er ins Leben gerufen worden war. Sie hatte immer eine gute Beziehung mit der Gründerin. Jetzt, als sie die Oberin war, blieb sie erst recht in Verbindung mit Mutter Katharine. Sie besprach alle Pläne mit ihr und fragte sie um Rat. Sie wollte unbedingt, dass die ehemalige Oberin des Ordens mit dem Geschehen vertraut war und von jeder neuen Entwicklung Bescheid wusste.

Das 50 Jahr-Jubiläum

In Mutter Katharines langer Zeit des Ruhestandes gab es ein ganz besonders freudiges Ereignis. Der Orden der Schwestern des Hl. Sakraments feierte sein fünfzigjähriges Jubiläum. Zuerst war sie nicht begeistert, diese Feier in der Öffentlichkeit zu feiern, weil sie immer schon die Art von Frau gewesen war, die lieber im Hintergrund geblieben war. Das Datum des eigentlichen Jubiläums wäre der 12. Februar gewesen. Da der Kardinal an diesem Tag aber nicht anwesend sein konnte, setzte man die Feier auf den 18./19./20. April 1941 an. Die Schwesterngemeinschaft gedachte am eigentlichen Tag im kleineren Kreise der Geburtsstunde ihres Ordens. Das Programm umfasste musikalische Einlagen, kleine Vorträge und auch eine kleine Rede der Gründerin persönlich: "Ich möchte nur ein paar Worte an die Schwestern richten. Ich möchte sagen, dass ich Gott danke, dass ich ein Kind der Kirche bin. Ich danke Gott, dass es mein Privileg war, viele der großartigen Missionare der Kirche zu treffen und dass einmalige Missionare wie Monsignore Stephan und Bischof Marty für mich gebetet haben... Ich danke Gott, dass er mir die Gnade erwies, diese Männer kennen zu lernen. Sie sind ein Teil der Kirche Gottes und ich danke Gott und auch der wunderbaren Hl. Theresa, dass auch in ein Kind der Kirche bin."

Mutter Katharines Tod

Mutter Katharine verstarb am 3. März 1955 um 9.05 Uhr. Sie war so gut vorbereitet, dass sie schließlich ruhig und zufrieden entschlummerte wie ein eingeschlafenes Kind in den Armen seiner Mutter. Die Schwestern des Ordens waren wie betäubt. Doch gleichzeitig waren sie unendlich dankbar, dass sie noch lange unter ihnen geweilt hatte. Sie riefen sich immer wieder folgende Worte ins Gedächtnis: "Das Leben wird nicht weggenommen, sondern es verwandelt sich."

Am Tag des Begräbnisses zog der Leichenzug zur Kathedrale in Philadelphia. Lange bevor er dort angekommen war, war diese schon bis auf den letzten Platz gefüllt. Viele Menschen mussten außerhalb der Kirche Platz nehmen, um doch dabei sein zu können. Mehr als 250 Prälaten, Priester und Patres wohnten der Messe bei. Auch Bischöfe und Angehörige dutzender Orden waren anwesend. Bischof McShea, Weihbischof von Philadelphia, hielt die Predigt. Nach der Einsegnung brachte man ihren Leichnam in eine Krypta, die man schon einige Jahre zuvor unter der Kapelle des Mutterhauses für sie gebaut hatte.

Beileidsschreiben aus der ganzen Welt langten ein und überall wurden Messen zu ihrem Andenken gefeiert. Ein Journalist versuchte, den starken Einfluss dieser Frau so zu schildern: "Eine der bemerkenswertesten Frauen der Geschichte Amerikas wurde gestern zu Gott nach Hause gerufen. Die Priester und Menschen der Erzdiözese waren stolz, sie ihre Angehörige nennen zu können, und doch gehörte sie wahrlich ganz Amerika, insbesondere den armen und vergessenen Menschen Amerikas - unseren Indianern und Farbigen. Die ehrwürdige Mutter Katharine gehörte Philadelphia und Amerika, aber man kann es auch nicht leugnen, dass sie ihr Leben lang Gott gehörte..."

Die Seligsprechung

Am 27. Februar 1964, neun Jahre nach ihren Tod, kündigte Erzbischof Krol von Philadelphia an, dass der Seligsprechungsprozess für Mutter Katharine in die Wege geleitet werde. Im Jahre 1974 erkrankte der 14-jährige Robert Gutherman an einer Infektion, die seine Gehörknochen im rechten Ohr völlig zerstörte und er deshalb taub wurde. Seine Familie begann zu Mutter Katharine zu beten, damit sie ihm seine Schmerzen erleichtere. Einige Monate später konnte man bei der Untersuchung feststellen, sich die Knochen neu gebildet hatten und sein rechtes Ohr wieder einwandfrei funktionierte. Aufgrund dieser unerklärlichen Genesung konnte man die Seligsprechung einleiten, weil man genügend Belege hatte, die dieses Wunder bestätigen konnten. Am 20. November 1988 wurde Mutter Katharine von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Die Heiligsprechung

Im August 1993 wurde bei der zweijährigen Amy Walle eine unheilbare Taubheit diagnostiziert. Connie Wall, ihre Mutter, sagte, dass sie zu beten begann, damit die selige Mutter Katharine ihnen helfen würde, eine gute Familie für ihre kranke Tochter zu sein und dass sie Wege finden würden, mit ihr kommunizieren zu können. Ihre Gebete wurden erhört. Die Familie lernte die Gebärdensprache und sie konnten sich auf diese Weise verständigen. "Wir dachten, dass wir alles hatten, was wir wollten", sagte Connie Wall. "Ich war zutiefst gerührt." Im Februar 1994 fand Amys Bruder Jack, 11 Jahre, dass auf diese Art zu kommunizieren einfach zu wenig war, und er beschloss zu beten, dass Amy hören möge. Von da an betete die Familie jeden Abend um die Fürsprache der seligen Katharina für Amy bei Gott.

Im März konnten sie merkliche Verbesserungen beobachten und zwei Monate später konnte Amy schon in ganzen Sätzen reden. Amys Fall wurde Anfang 2000 zum Wunder erklärt und als Anlass genommen, für die Selige Mutter Katharine die Heiligsprechung anzustreben.

Am 1. Oktober 2000 wurde die Selige Mutter Katharine schließlich von Papst Johannes Paul II. in Rom heilig gesprochen. Es war ein Regentag, doch 70.000 Menschen aus aller Welt ließen sich nicht davon abhalten, bei dieser wunderbaren Zeremonie dabei zu sein. Amy Wall und Robert Gutherman saßen während der Zeremonie neben dem päpstlichen Altar und empfingen die Hl. Kommunion vom Papst persönlich. Die Messe war etwas ganz Besonderes. Indianer führten traditionelle Volkstänze am Peterplatz vor und farbige Menschen stimmten mit ihrem Gesang zu Mutter Katharines Ehre mit ein. Es war ein Tag der Freude für alle, denen bewusst war, welch großartige Dinge diese Frau in ihrem langen und erfüllten Leben geleistet hatte. Ihre liebvolle Hingabe an Gott und die Mitmenschen sucht ihresgleichen und man wird ihrer immer im Besonderen gedenken.