John F. Kennedy (1917-1963)

US Präsident John Fitzgerald Kennedy (1917-1963)

John Fitzgerald Kennedy, Rufname "Jack", wurde am 29. Mai 1917 als Sohn des Joseph Patrick und der Rose Elizabeth Kennedy in Brookline, Massachusetts geboren. John F. Kennedy wurde aufgrund seiner Initialen auch JFK genannt. Er war von 1961 bis 1963 der 35. Präsident der Vereinigten Staaten und Mitglied der Demokratischen Partei. Kennedy war der jüngste ins Amt gewählte und der insgesamt zweitjüngste US-Präsident (nach Theodore Roosevelt, der als Vizepräsident nach der Ermordung William McKinleys automatisch ins Präsidentenamt nachrückte). Zudem war er der bislang einzige Katholik in diesem Amt.

In seine Amtszeit während der Hochphase des Kalten Krieges fielen historische Ereignisse wie die Invasion in der Schweinebucht, die Kubakrise, der Bau der Berliner Mauer, der Beginn der bemannten Raumfahrt, die Eskalation des Vietnamkriegs sowie die Zeit des zivilen Ungehorsams der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Kennedy war Mitglied der Demokratischen Partei und der erste US-Präsident römisch-katholischer Konfession. Wegen seines jungen Alters und seines Charismas verkörperte er für viele die Hoffnung auf eine Erneuerung der USA. Die Hintergründe seiner Ermordung 1963 sind bis heute in der Öffentlichkeit umstritten.

Ehe und Familie

Im Jahr 1951 hatten sich John F. Kennedy und die bereits verlobte zwölf Jahre jüngere Journalistin Jacqueline Lee Bouvier auf einer Dinnerparty kennengelernt. Im Juni 1953 erfolgte die Verlobung des Paares. Die beiden heirateten am 12. September 1953 in Newport, Rhode Island. Die ersten Jahre ihrer Ehe verbrachten sie in Washington.

Nach zwei Fehlgeburten brachte Jacqueline Kennedy am 27. November 1957 ihre erste Tochter, Caroline, zur Welt; am 25. November 1960 wurde John F. Kennedy jr. geboren. Ein weiterer Sohn, Patrick Bouvier Kennedy, starb kurz nach seiner Geburt am 7. August 1963. John F. Kennedy werden diverse außereheliche Affären nachgesagt.

Jacqueline Lee geb. Bouvier (1929-1994) mit ihrem Gatten John F. Kennedy
Jacqueline Lee geb. Bouvier (1929-1994) mit Gatte John F. Kennedy (1917-1963)

Jacqueline Lee Bouvier, Rufname "Jacky", kam am 28. Juli 1929 als Tochter des irisch- und französischstämmigen John Vernou Bouvier III. (1891-1957) und dessen Ehefrau Janet Norton Lee in Southampton, Long Island, New York zur Welt.

Jacky's UrGroßtante Emma Bouvier (1833-1883) war mit Francis Anthony Drexel (1824-1885) verheiratet, dessen Vorfahren aus Vorarlberg stammen. 

Jacky heiratete 1968 den 23 Jahre älteren griechischen Großreeder und Milliardär Aristoteles Onassis (1906-1975).

Kennedy-Vorfahren

John Kennedy, 1738 in Irland geboren, ist der Stammvater der Kennedy. Er war Farmer in Dunganstown. Sein Enkel Patrick Kennedy, geb. um 1823, beschloss Irland zu verlassen und nach Amerika auszuwandern. Es wird angenommen, dass die damals herrschende Hungersnot ihn zu diesem Entschluss brachte.

Patrick Kennedy bestieg in Liverpool, England das Segelschiff "Washington Irving" und kam am 22. April 1849 in Boston, Massachusetts an. Sein Freund Patrick Barron half ihm sich in Boston niederzulassen und organisierte für ihn einen "coopering job" auf Noddle's Island in East Boston. Nicht lange danach kam seine Verlobte Bridget nach Boston und sechs Monate später, am 26. September 1849, hatten sie in der Holy Redeemer Church bei Father John Williams geheiratet. Aus dieser Ehe stammen fünf Kinder. Patrick Kennedy verstarb am 22. November 1858 in Boston.

Patrick Joseph Kennedy (1858-1929)

Der jüngste Sohn, Patrick Joseph Kennedy (1858-1929), links im Bild, war knapp ein Jahr alt, als sein Vater starb. Da die Mutter noch drei weitere Kinder zu versorgen hatte, wuchs die vaterlose Familie in ärmlichen Verhältnissen auf. Im Alter von 14 Jahren verließ Patrick Joseph Kennedy die Schule und arbeitete an den Bostoner Docks als Hafenarbeiter (Stauer), um seine Mutter und seine drei Schwestern finanziell zu unterstützen. Nebenbei kellnerte er in Hafenschenken.

Als er 22 war, kaufte er sich von erspartem Geld eine Bar, einen Saloon am Haymarket Square, zu der später noch eine Kneipe in der Nähe der Docks hinzukam. Dies brachte ihn und seine Familie aus der Armut.

Um auch aus dem gesellschaftlichen Leben der Bostoner Oberschicht Kapital zu schlagen, kaufte er eine dritte Bar, diesmal im Maverick House, einem vornehmen Hotel. Er war noch keine dreißig, als er die Mittel hatte die Importfirma für Whiskey P. J. Kennedy und Co. zu gründen. Er wurde damit zu einer führenden Figur im Bostoner Spirituosenhandel. Zuletzt war Kennedy Teilhaber einer Kohlefabrik, Aktionär einer kleinen Bostoner Bank, der Columbia Trust Company und Generalimporteur der britischen Whiskey-Firma Haig & Haig.

Von 1884 an zog er politischen Nutzen aus seinem wirtschaftlichen Erfolg und seiner Beliebtheit in Boston. Patrick Joseph Kennedy war Lokalpolitiker, unter anderem Abgeordneter im Repräsentantenhaus. Er wurde 5mal in das Abgeordnetenhaus gewählt, für eine jeweils einjährige Amtszeit. Zudem gehörte er dreimal für je zwei Jahre dem Senat von Massachusetts an. In dieser Zeit zählte Kennedy zu den bedeutendsten Führern der Demokratischen Partei in Bosten und wurde 1888 eingeladen auf dem nationalen Parteikonvent in St. Louis eine Rede zur Kandidatur von Grover Cleveland zum Präsidenten der USA zu halten. 1895 verließ Kennedy den Senat und gehörte fortan zum inoffiziellen Strategieausschuss seiner Partei. Man traf sich in vertrautem Kreise und verteilte Ämter, Kandidaturen und betrieb Patronage.

Am 23. November 1887 heiratete er Mary Augusta Hickey. Als Patrick Joseph Kennedy am 18. Mai 1929 starb, war sein Reichtum weiter angewachsen. Mit seinem Wohlstand konnte er seiner Frau und den vier Kindern ein vornehmes Haus in Jeffries Point in East Boston bieten. Dies ermöglichte seinem Sohn und späteren Patriarchen der Kennedy-Familie, Joseph Patrick Kennedy, eine relativ unbeschwerte Jugend.

Joseph Patrick Kennedy (1888-1969)

Joseph Patrick Kennedy (1888-1969), links abgebildet, ehelichte am 7. Oktober 1914 Rose Elizabeth Fitzgerald (1890-1995), die Tochter des Bostoner Bürgermeisters John F. Fitzgerald, mit der er später insgesamt neun Kinder hatte, darunter der spätere Präsident John F. Kennedy (1917-1963), Robert F. Kennedy (1925-1968), der es zum Justizminister brachte, der langjährige Senator von Massachusetts Edward Kennedy (1932-2009) und Rosemary Kennedy, die er, als sie 23 Jahre alt war, wegen ihres von ihm nicht akzeptierten Verhaltens einer Lobotomie unterziehen ließ, wodurch sie zum Pflegefall wurde.

Nachdem Kennedy im Jahr 1926 die FBO übernommen hatte, erwarb er 1927 die Radio Corporation of America (RCA), welche über ein damals neuartiges System zur Produktion von Tonfilmen verfügte. Was ihm nun noch zum Vertrieb seiner Produktionen fehlte, war eine Filmtheater-Kette. Diese Lücke schloss er noch im gleichen Jahr durch die Übernahme der New Yorker Keith-Albee-Orpheum Theatres Corp. (KAO), die über etwa 700 Theater in den USA und Kanada verfügte und welche er 1928 mit seiner FBO zur neuen Radio Keith Orpheum (RKO) verschmolz. Bedenkt man, dass das Magazin Fortune Kennedys Vermögen Mitte der 20er Jahre auf lediglich US$ 2,0 Mio. taxierte, erscheint es durchaus realistisch, wonach große Teile der Investitionen für Kennedys massiven Einstieg in das Filmgeschäft von der Mafia, namentlich Paul Ricca und Frank Nitti, stammten.

Kennedy baute sich sein Vermögen ab etwa 1929 mit Aktienspekulationen und offenbar auch aus illegalem Schnapshandel auf. Allerdings besaß er auch eine Lizenz zum Import von medizinischem Alkohol, und verdiente entsprechend riesige Summen mit dem Verkauf von Alkohol-Lagerbeständen, als die Prohibition 1933 aufgehoben wurde. Den Handel mit Alkohol gab Joseph Kennedy erst 1946 auf, um das Image seiner Söhne nicht zu gefährden.

Kennedy unterstützte aktiv den Wahlkampf von Franklin D. Roosevelt und wurde von diesem nach seinem Wahlsieg zum Vorsitzenden der United States Securities and Exchange Commission (SEC) ernannt. Von 1935 bis 1937 war Kennedy Vorsitzender der United States Maritime Commission (MARCOM). 1938 wurde er US-Botschafter in London, was er bis 1940 blieb. Kennedy war in dieser Zeit aktiver Befürworter der Appeasement-Politik des britischen Premierministers Chamberlain, was ihm den Ruf eines Nazi-Sympathisanten bescherte und ihn schließlich in Gegensatz zu Präsident Roosevelt brachte.

Joseph Patrick Kennedy verstarb am 18. November 1969 in Hyannis Port, Massachusetts im Alter von 81 Jahren.

Die Genealogien der Familien Drexel, Bouvier und Kennedy sind im Stammbaum-Netzwerk enthalten.

Quelle: Kennedy Genealogy, Wikipedia